Ein halbes Leben für Wolfshunde
Merlin & Caros

Zu den Wolfshunden kam ich im Jahre 2005. Ich betreute damals die beiden Wolfshunde
Merlin und Caros. Die Besitzerin fand irgendwie den Weg zu mir und sah, dass sich
ihre beiden älteren Wolfshunde schnell wohl fühlten an meiner Seite. So konnten wir
ein schönes Vertrauensverhältnis aufbauen und alle Seiten profitierten von der neuen
Begegnung.
Die Beiden setzten einen Meilenstein in meinem Leben und die Faszination der Wolfshunde
liess mich nie mehr los. Ich tauchte ein in die Rasse, lernte Menschen mit diesen Hunden
kennen und sehnte mich danach, einen Wolfshund an meiner Seite zu haben.
Mlecha & Arkabras

Im Jahre 2014 kam ein Pärchen auf mich zu. An ihrer Seite zwei junge,
stürmische Wolfshundmischlinge, die ich schnell in mein Herzen schloss.
Die beiden brauchten einen neuen Lebensplatz, den ich ihnen zu gerne gegeben hätte.
Leider wurden sie aber von meinem Rüden Lizard nicht akzeptiert und wir mussten
uns nach wenigen Wochen für die beiden nach einen neuen Platz umsehen.
Erstes Zusammenleben

Schon längst war mir klar, dass es mit dieser Rasse nicht gerade einfach sein würde und
suchte Wege für mich, ein Leben mit einem solchen Hund zu realisieren. Da ich irgendwann
sah, dass es kaum möglich ist, entschied ich mich im Jahre 2008 für einen belgischen Schäfer,
was ich aber nie bereut habe, ich vermisse Lizard noch Heute an meiner Seite.
Im 2010 entwickelte sich aus einer Betreuung eines Wolfshundes auch eine Beziehung
zum Menschen, und so wurde mein Leben doch noch mit einem Wolfshund bereichert.
Die Wolfshündin (Generation F4) akzeptierte allein sein auch für wenige Minuten nicht und
setzte alles daran, bei uns zu sein. Abgeschlossene Türen? Kein Problem, Fenster sind ja
auch noch da. Auch mussten wir uns sehr viel einfallen lassen um ihre kreativen Wege, den
Mülleimer, Kühlschrank oder Backofen zu plündern zu unterbinden. Kochen war immer für alle
Seiten ein abenteuerliches Unterfangen. Wehe man liess das Fleisch in der Pfanne für einige
Sekunden unbeaufsichtigt, dann musste sich der Mensch mit den Resten begnügen.
Wir nahmen es immer mit Humor und staunten jedesmal von Neuem, wenn sie mit ihren
Fähigkeiten unmögliches selbständig lösen konnte.
Wölfische Partnerschaft
Im 2017-2018 lebte ich mit Baghira und Yakima erneut in einer wölfischen Partnerschaft.
Zusammen hatten wir 4 WTH's an unserer Seite. 3 Hündinnen und ein Rüde.
Mit unserem grossen Rudel durften wir sehr viel schönes erleben. Wir fuhren auch einmal mit
der ganzen Meute im VW-Bus ans Meer in die Ferien. Unser Alltag war natürlich sehr intensiv
geprägt von unserer 4-er Meute.
Yakima

Ich musste mich noch gedulden bis im Frühling 2015, als aus heiterem Himmel die
erste Wolfshündin Yakima im Alter von 7 Jahren den Weg an meine Seite fand. Die
Übernahme und folgenden Tage zählen zu den bewegendsten Momenten in meinem Leben
und ich wurde von ihr beschenkt mit grossem Vertrauen und einem unendlich schönen
Miteinander.
Meine kleine Liebeserklärung zu ihrem 11. Geburtstag:
«Liebe Yakima,
sanftmütige Begleiterin,
besorgte Welpenmutter,
schlitzohrige Diebin,
souveränes Rudeloberhaupt,
vertraute Wolfshündin,
lebensbereichernde Schönheit,
Alles Liebe zu deinem 11-jährigen Dasein»
Ende Oktober 2019 musste ich sie im Alter von 12½ Jahren alleine weiterziehen
lassen. Geniesse deine neue Freiheit meine über alles geliebte Yakima ...
Baghira

Im Dezember 2015 dann endlich: Ein Wolfshunde-Welpe mischte mein Leben auf. Baghira
zog im Alter von 10 Wochen hier ein und war bis kurz vor seinem 11. Geburtstag Teil meines Lebens.
Ich hatte ihn bereits zu Beginn seiner Welpenzeit konfrontiert mit seinem zukünftigen
Leben, das begleitet wurde von den verschiedensten Hunderassen mit denen er klarkommen musste.
Auch sollte er sehr schnell lernen, ohne Eifersucht mich, Haus und Garten mit anderen
Hunden zu teilen und ein Leben in der Hundegruppe zu leben.
Sehr schnell fand er hier die tollsten Spielpartner und genoss das Leben in der Hundemeute.
Trotzdem gab es immer wieder Momente, die mich forderten an seiner Seite und mir klar machte,
dass in ihm noch immer viel wölfisches schlummerte.
Im August 2026 wurde durch Zufall ein riesiger Tumor bei ihm entdeckt, der bereits gestreut hatte.
So liess ich ihn in unendlicher Trauer kurz vor seinem 11. Geburtstag weiterziehen.
Du wirst niemals vergessen sein und bleibst für Ewig in meinem Herzen.
Baghira's Stammbaum
Lema

Nach einigen Test-Übernachtungen nahm ich Lema im April 2026 noch so gerne bei mir auf.
Sie ist gleich alt wie Baghira und kommt 'aus gutem Hause', sprich toll erzogen und mit einer sorgenfreien Vergangenheit.
Sie akzeptierte von der ersten Sekunde an nicht nur Baghira und mich, sondern alle Berteuungehunde,
die mich täglich begleiten.
Seither begleitet sie mich täglich auf unseren Abenteuer.
Ich bin noch immer überrascht, dass eine 10 jährige Hündin so problemlos noch 'verpflanzt' werden konnte
und eine neue schöne, enge Bindung von Grund auf starten konnte.
Entstehung des Wolfshundes
Geschichte einer einzigartigen Rasse
1950-1954

Beginn der Züchtung als wissenschaftliches, biologisches Experiment in der damaligen Tschechoslowakei
(CSSR) durch die Verpaarung des Deutschen Schäferhundes mit dem Karpatenwolf. Das Ziel war, eine Verbesserung
der Arbeitsleistung des Deutschen Schäferhundes mit der körperlichen Gesundheit und Robustheit des Wolfes
zu vereinen. Bei Armee und Grenzpolizei der damaligen CSSR stiess man hier auf großes Interesse.
1955-1958

Nach einem erfolglosen Versuch von Dipl. Ing. Biologe Karel Hartl im Jahr 1955, die Karpatenwölfin Brita
mit einem Deutschen Schäferhund zu verpaaren, wurde der Versuch im März 1957 mit der gleichen
Karpatenwölfin wiederholt. Diesmal wurde ein anderer Deutscher Schäferhund, Cezar z Brezoveho haje,
verwendet. Diese Verpaarung begründete die
1. Linie der Tschechoslowakischen Wolfshunde, am 26. Mai 1958
wurden 5 Welpen geboren.
Brita wurde noch einmal mit einem Deutschen Schäferhund, Kurt z Vaclavky, verpaart und die Nachkommen dieser
Verpaarung bildeten die
2. Linie der Tschechoslowakischen Wolfshunde. Die
3. Linie kommt auch
aus Böhmen und entstand aus den Welpen von Wolf Argo und der Deutschen Schäferhündin Asta z SNB.

Anlässlich eines internationalen kynologischen Kongresses in Prag am 14. Juni 1955, wertete
Dipl. Ing. Biologe Karel Hartl in dem Vortrag 'Ergebnisse der Kreuzung von Wölfen mit Hunden'
diese geziehlten Versuche aus. Dieser Vortrag fand höchste Aufmerksamkeit. Zu den wichtigsten
Resultaten zählte die Feststellung, dass eine Kreuzung von Wolf und Hund grundsätzlich möglich ist.
Die Selektion der Anfangsjahre war extrem hart und ist in solcher Form heute nicht mehr durchführbar,
hat uns jedoch eine solide Zuchtbasis an gesunden, wesensfesten Hunden hinterlassen. Große Verdienste
für die Rasse haben sich in dieser Zeit neben Karel Hartl auch Major Frantisek Rosik erworben.

Bereits in der 2. Generation konnte nachgewiesen werden, dass die Hybriden abgerichtet werden
konnten, ausdrücklich hingewiesen wurde auf die hervorragende Orientierungsfähigkeit der Tiere, vor
allem in der Nacht und auf die höhere Ausdauer. Die äußeren Erscheinungsmerkmale des Wolfes blieben
durch die Generationen erhalten.
Weitere Verpaarungen brachten sehr interessante Erkenntnisse: Bei den Welpen der ersten
Kreuzungsversuche setzten sich eindeutig die Eigenschaften des Wolfes durch. Die weiteren
Generationen besaßen bereits Eigenschaften domestizierter Tiere, die sich weiter verwerten ließen.
1964-1965
Die ersten Ergebnisse und Forschungsziele wurden veröffentlicht und gleichzeitig entstand die Idee
einer neuen Rasse. Diese sollte die Vorzüge der wilden Art (Ausdauer, Widerstandsfähigkeit, hohe
Wachsamkeit, natürlich entwickelte Sinne) und des Hundes kombinieren. Die erste Version des Standards
wurde von Karel Hartl im Jahr 1966 definiert. Zu dieser Zeit gab es vier Kreuzungen aus der ersten
Linie (Brita - Caesar of Birch Grove) und zwei aus der zweiten Linie (Brita - Kurt von Wenceslas).
Der Antrag auf die Registrierung der Rasse und die Registrierung dieser Hunde im Zuchtbuch wurde
jedoch von einigen wenigen Personen abgelehnt.
1968
Eine weitere Zucht in der Býchory-Zuchtstation wurde durchgeführt, diesmal wurden der Argo-Wolf
und der Deutsche Schäferhund Asta von der SNB eingesetzt und die zweite Hybridengeneration dieser Linie
wurde dort gezüchtet. Kreuzungshybriden wurden mit der Abkürzung Tschechischer Wolfshund bezeichnet.
1970
Es befanden sich bereits 56 Hybriden in der Hand von zivilen Züchtern.
1974
Der Wolf Šarik wurde mit einer Kreuzung der dritten Generation gepaart. Diese Kreuzung fand in
einer neuen Zwingeranlage bei Malacek statt.
1980
In der ehemaligen Tschechoslowakei wurden mittlerweile 1864 Welpen aus verschiedenen Kreuzungsgraden
geboren (4. Linie).
1981
Der tschechische Verband der Züchter genehmigte schließlich die Gründung des Züchtervereins dieser Rasse
und die Eintragung der Züchter in das Zuchtbuch. Der tschechoslowakische Wolfdog Breeders Club wurde am
20. März 1982 in Brünn gegründet.
1982
Die letzte Wolfseinkreuzung war 1982, als die Wölfin Lejda vom Ohrada-Zoo in Hluboká nad Vltavou
mit dem Deutschen Schäferhund Bojar von Schotterhof gepaart wurden. Der aus dieser Verbindung ausgewählte Hund
'Kazan vom Grenzschutz' wurde 1985 mehrmals für die Zucht tschechoslowakischer Wolfshunde eingesetzt.
Vier Wölfe - Brita, Argo, Šarik und Lejda - nahmen im Laufe von 25 Jahren an der Rassebildung teil.
Da der Tschechoslowakische Wolfshund seit 1982 keine Einkreuzungen von Wölfen mehr erfahren hat und die
Zucht sehr hart vor allem auf gute Arbeitseigenschaften und Gesundheit selektiert wurde, ist er heute
nicht mehr mit Wolfshybriden zu vergleichen. Obwohl er sich viel an Körpersprache des Wolfes und
ursprünglichen Verhaltensweisen erhalten hat, ist er ein guter Familien- und Arbeitshund geworden,
der bei entsprechender Sozialisation und Erziehung auch in Familien kein Problem darstellt.
Der Tschechoslowakische Wolfshund wurde durch den Rassehunde Verband in der CSSR, als nationale Rasse anerkannt.
Die ersten 43 Welpen wurden im Stammbuch in Prag eingetragen (5. Linie).
1989
Der Weg zur internationalen Zuchtanerkennung begann - der Standard des tschechoslowakischen Wolfshundes
wurde am 13. Juni 1989 von der FCI in Helsinki genehmigt und am 28. April 1994 vom FCI-Sekretariat unter
der Nummer 332 herausgegeben. Nach der Spaltung der Tschechoslowakei übernahm die Slowakische Republik
die Rasse. Zehn Jahre nach der Verabschiedung des FCI-Standards befanden sich die tschechoslowakischen
Wolfshunde erneut in Verhandlung - es musste eine Verteidigung durchgeführt werden, deren Ziel es war,
die Lebensfähigkeit der Rasse zu beweisen und alle Kriterien zu erfüllen, und auf deren Grundlage die
Rasse der Tschechoslowakischen Wolfshunde 1999 internationale Anerkennung erhielt.
1991
Von 1982 bis 1991 wurden 1552 Welpen eingetragen.
1999
Der Tschechoslowakische Wolfshund ist eine seit Juni 1999 anerkannte FCI-Rasse. Das Ursprungsland
ist die Tschechoslowakei, der Garant für die Zucht seit dem Jahre 1993 die Slowakei.
FCI_Wolfshund.pdf
FCI - Standard Nr. 332
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Die Gründungsväter der Rasse TWH
●
Karel Hartl 
Idee, strategischer Kopf, Wissenschaft, der Mann hinter dem Experiment
●
František Rosík 
Organisation, Durchsetzung, Zuchtpraxis, politische Standfestigkeit
●
Petr Kubaška 
Praktische Umsetzung, Alltag, Qualität der Aufzucht, Generationenfolgen
Karel Hartl
1924 - 2015

Karel Hartl war der Hauptinitiator und wissenschaftliche Leiter des Projekts, aus dem der
Tschechoslowakische Wolfhund hervorging. Er war Militärkynologe, Zuchtleiter und Forscher
beim tschechoslowakischen Grenzschutz.

Er war der Projektleiter der kontrollierten Kreuzung Karpatenwolf × Deutscher Schäferhund.
Hartl startete 1955 das staatliche Zucht- und Forschungsprojekt, ursprünglich mit einem
rein militärischen Ziel: Er wollte prüfen, ob Wolfsblut die Leistungsfähigkeit von Diensthunden
(Ausdauer, Widerstandsfähigkeit, Sinnesleistung) verbessern könne.

Er war verantwortlich für die erste dokumentierte Verpaarung (Wölfin Brita × Schäferhund Cézar z Březového háje),
federführend bei der wissenschaftlichen Auswertung (Verhalten, Genetik, Physiologie) und
massgeblich an der Definition des späteren Rassestandards beteiligt.
Hartl wollte anfangs keine neue Rasse, sondern ein militärisches Leistungsupgrade.
Die Entwicklung zur eigenständigen Rasse erfolgte gegen erheblichen Widerstand – auch
innerhalb der Kynologie – und wurde erst Jahrzehnte später international anerkannt (FCI 1999).
František Rosík
1927 – 2015

František Rosík war einer der zentralen Wegbereiter des Tschechoslowakischen Wolfhundes
und eine prägende Persönlichkeit der mitteleuropäischen Dienst- und Gebrauchshundezucht.
Über fast drei Jahrzehnte diente er als Offizier und leitender Kynologe der tschechoslowakischen
Grenzschutztruppen, wo er maßgeblich für Ausbildung, Einsatz und Zucht von Diensthunden verantwortlich war.
Gemeinsam mit Karel Hartl und Petr Kubaška beteiligte sich Rosík ab Ende der 1950er-Jahre an der
kontrollierten Kreuzung von Karpatenwölfen mit Deutschen Schäferhunden. Ziel war zunächst die
Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Diensthunden unter extremen Bedingungen. Aus diesem
Projekt entwickelte sich jedoch schrittweise die bewusste Schaffung einer eigenständigen neuen
Hunderasse. Rosík setzte sich konsequent dafür ein, die Zucht von einer experimentellen
Hybridisierung hin zu einer stabilen, reproduzierbaren Rasse zu führen.

Als Züchter, Organisator und Kritiker begleitete er diesen Prozess fachlich wie praktisch über Jahrzehnte.
In seiner Zuchtstätte z Rosíkova war er an zahlreichen Würfen beteiligt und trug wesentlich zur
Festigung von Typ, Wesen und Leistungsmerkmalen des Tschechoslowakischen Wolfhundes bei.
Gleichzeitig erkannte er früh die Grenzen des Einsatzes dieser Hunde im militärischen Dienst
und unterstützte die spätere zivile Zucht und sportliche Nutzung.
Rosík war Mitautor des Rassestandards, publizierte Fachbeiträge und engagierte sich in kynologischen
Organisationen. Die internationale Anerkennung der Rasse durch die FCI im Jahr 1999 bestätigte sein
Lebenswerk. Bis zu seinem Tod blieb er eine respektierte Referenzfigur der Rassegeschichte – sachlich,
beharrlich und ohne ideologische Verklärung.
Petr Kubaška
1921 - 1975
Petr Kubaška war kein Theoretiker und kein öffentliches Aushängeschild, sondern der praktische
Schlüsselmann in der frühen Phase der Entstehung des Tschechoslowakischen Wolfhundes.

Er war Leiter der Zucht- und Haltungsanlagen der 11. Grenzschutzbrigade in Malacky, Šamorín
Er hat die Zuchtstätten aufgebaut und betrieben, die tägliche Versorgung der Hunde sichergestellt,
Welpen aufgezogen und damit erst ermöglichte, dass Hartls Projekt überhaupt funktionierte.
Kubaška stand nicht im Rampenlicht, war aber intern hoch angesehen.
Er galt als zuverlässig, loyal, kompromisslos sauber in der Arbeit – Eigenschaften, die bei
einer so heiklen Zucht entscheidend waren.